Moinsen, ihr Fuckerz!
Ja, ich bin schon wieder da, den heutigen Tag habe ich mir aufgrund akuten Desinteresses (trotz der für Naglfar eingesprungen Rumpelthrasher von Dew-Scented) und einem Zelt, das ungefähr so wasserdicht ist wie 'ne Strickjacke (hab' quasi in einer Pfütze mit Dauerberieselung gepennt und so ziemlich alle Klamotten waren nass), geklemmt. Geil war's selbstredend trotzdem!
Bin ja schon am Donnerstagabend hin und hab' nix bereut. Naja, bis ich Freitagmorgen aufgewacht bin und nicht mehr wusste, wo Gott wohnt
Erst mit Leimy und Kumpels einige Bierchen getrunken, danach mit Alki, Mono und Ritchy irgendwann nachts an der Bierbude rumgehangen und gerade als ich mich volltrunken und jenseits von Schweden weggestohlen habe, überfällt mich dieser New Age-Hippie namens SteelAvenger und nötigt mich zum weiteren Betrinken. Da setzt dann auch so langsam mein Erinnerungsvermögen aus, aber wir müssen ein paar Leute mit unserer Scheisselaberei und lautem Rumgegröhle tierisch genervt haben *g*
Freitag dann Start des Festivals und zwar bei feinstem Wetter. Bullet sind echt 'ne 1:1 Kopie von Accept und AC/DC, mit einigen Bier im Arsch kann man da bestimmt gut Party machen. Crucified Barbara wieder einmal optisch lecker, Cataract waren auch ganz in Ordnung. Aber dann: Heaven Shall Burn. Was für eine Macht! Da flog verdammt nochmal die Kuh, vor der Bühne war es gerappelt voll und es ging echt ab wie Scheisse. Schon beim zweiten Song (Counterweight) wurde der werte Herr Bischoff (der Sänger) durch das Publikum getragen und konnte tatsächlich fast das gesamte Amphitheater zum gemeinsamen Faustgerecke und Hörnchenzeigen animieren. Man munkelt, dass sich Herren wie Space_Lord, 6666 und ein Master Busch sich da ein wenig in Mosh- und Circlepits haben gehen lassen. Super Stimmung, supersympathisch, supergeiler Auftritt und für mich klar die Band des Freitags.
Dass Grave Digger nicht so meine Baustelle sind, kann man sich wohl denken, dennoch war's ein ordentlicher Auftritt, man musste zumindest nicht kotzen. Aber der Witz des Festivals sollte ja noch kommen: Hammerfall. Was für eine enorm beschissene, belanglose, langweilige, peinliche Kacke. Ich hab' mir ja insbesondere auf dem RHF schon einige Bands angesehen, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren und von Hammerfall hab' ich gar 3 Alben im Schrank stehen, aber so etwas nichtssagendes ist mir glaub ich echt noch nicht untergekommen. Desolat ist noch ein Kompliment, diese Gurken als Headliner des Freitags, das war wirklich das *lol* des gesamten RHF. Von der Bühnendeko über die wie angewurzelt vor der Bühne stehende Meute und endlos langes Gelaber bis hin zur Songauswahl, wirklich...nein, ich kann es nicht in Worte fassen. Selbst als eingefleischter Hammerfall-Fan muss man doch einsehen, dass das einfach nur unfassbar schlecht war. Nach 3 Songs sind Mono, Herb und ich dann lieber wieder ins Camp saufen gegangen und im Minutentakt trudelten mehr ob dieser Laiendarstellung kopfschüttelnden Forumsnasen zum gemeinsamen Besäufnis ein. Ein positives hatten Hammerfall zumindest: einige liefen sprüchemäßig zur Hochform auf, so trug LadyVaders Bemerkung zur Bühnendeko zur allgemeinen Belustigung bei. Die Band hatte nämlich 10 auf der Bühne verteilte, von innen beleuchtete Bassdrums stehen, auf denen jeweils ein Buchstabe stand und sie meinte dann, dass im Prinzip nur eine Maren Gilzer gefehlt hätte, die auf Zuruf des Publikums nach und nach die Bassdrums im Glücksrad-Stil umgedreht hätte :gigahuld:
Und Leimys Bemerkung, dass Hammerfall damals von In Flames und Dark Tranquillity offensichtlich als Joke gestartet wurde, war irgendwie auch nicht von der Hand zu weisen. Nur ist die Pointe irgendwie unterwegs flöten gegangen...
Samstag trudelte dann nochmal ein ganzer Schwung mehr Internetsüchtiger ein, so dass das Fundament für weiteren ungestümen Alkoholkonsum schonmal gelegt war. Metal Inquisitor waren erstaunlich ansehnlich und konnten sogar Kritiker wie Mono und mich überzeugen, Maroon waren dann gewohnt gut, kamen aber bei weitem nicht an Heaven Shall Burn vom Vortag ran. Naja, als gestandener Metaller darf man etwas, das den Stempel Metalcore aufgedrückt bekommt, ja nicht gut finden. Immerhin wurde es bei der spontan einstudierten Coverversion von Sodoms "Ausgebombt" noch ein wenig voller und auch die Ansagen waren durchgehend ziemlich witzig. Gute Band, guter Auftritt. Tourettisas und Kotzikacki habe ich mir dann aufgrund unbeschreiblichem Desinteresses einhergehend mit furchtbarem Durst gespart und stattdessen mit Leimy in einem stundenlangen Kampf auf Leben und Tod den Grill zum Laufen gebracht und mit den anderen Kotzmetalverweigerern über handfeste Themen wie Fußball diskutiert...
Zu Ross the Boss waren wir dann wieder am Start und das hat sogar Spaß gemacht. Kollektives Rumposen und Rumschreien ist halt doch wieder jedes Jahr das Geilste auf dem RHF. Danach kam dann ja nur noch Programm für Vaddis Sohn: dein Vader, Armored Saint, Death Angel und Amon Amarth. Naja, irgendwie war ich halt schon ziemlich besoffen und kassierte nicht nur aufgrund meines Suicidal Tendencies-Outfits massig Propz von Oldschool-Homies, sondern irgendein Typ quatschte mich noch wegen Metalheads against Racism an und ob ich nicht wegen einer Fanclubaktion mit auf die Bühne kommen möchte. Da war ich ja direkt Feuer und Flamme für!
So stand ich dann plötzlich voll wie nix Gutes mit 80er Pornobrille, Suicidal-Flipcap und -Shirt auf der Bühne, irgendwer hielt 'ne Anti-Rechts-Rede ins Mikro und ich grinste nur debil das prall gefüllte Amphitheater vor mir an. Nach ein paar Runden "Nazis raus!"-Rufen und einem kurzen Dankeschön von Götz an die Fanclubs und das Publikum grinste mich dann irgendwie das Mikro an, so dass ich nach einem kurzen "Hey Götz, darf ich auch noch was sagen?" die Stage für mich hatte, blöd ins Mikro brabbelte und total uppe mit den keine Ahnung wieviel tausend Leuten "Happy Birthday" für Uns Götz anstimmte, der hinterher nur noch ein peinlich berührtes "Aber das war doch schon vor zwei Tagen" jauchzen konnte. Megaschotig!
Dann wieder ins normale Programm zurückzufinden, war nach dieser Wahnsinnsperformance natürlich echt schwer, aber Vader haben als einzige lupenreine Death Metal-Band des Festivals ziemlich abgeräumt und das auch zurecht. Ehrlich gesagt kann ich folgendes nicht verstehen: wenn man sich mal die Besucher des Festivals anguckt, dann ist der Großteil davon mit Extrem-Metal-Shirts bekleidet und auch über den Zeltplatz schallt größtenteils Geballer. Warum wird dann dieser Sektor weitestgehend außen vor gelassen? Vorletztes Jahr Unleashed, letztes Jahr Bolt Thrower, dieses Jahr Vader. Das finde ich persönlich zuwenig, wenn man sich mal anguckt, wie gut diese Bands angekommen sind. Daher: GOREFEST ist definitiv Pflicht in 2008
Armored Saint waren dann der Hammer in Tüten. Wie Herb richtig anmerkte: die blasen typisches Eddie-Power Metal-Geschmeiss oder diese schwedischen Hammerlol-Flitschen ohne mit der Wimper zu zucken von der Erdkugel. Mein Gott, haben die Arsch getreten. Am liebsten wäre ich auf die Bühne geklettert und hätte John Bush ein zärtliches "I love you" ins Ohr gesäuselt, riesiger Sympathikus mit Wahnsinnsstimme *niederknie* Der Pöbel vor der Bühne befand sich wirklich in Ekstase und brüllte von March of the Saint bis zu Symbol of Salvation alles mit was ging und die Band war sichtlich beeindruckt, ebenso wie diverse RH-Schergen, die vor der Bühne intensivst mithuldigten. Sehr sehr geil.
Danach kamen Death Angel und machten alles platt. Der Himmel auf Erden, "Mistress of Pain" live gesehen und gehört, jetzt hab' ich alles erlebt. Nein, nein, nein, dieser Auftritt war einfach nur der Wahn, da kann man mir erzählen was man will. Egal ob die alten Klassiker oder Songs von der The Art of Dying, die Band tobte wie ein Rudel Linker auf 'ner NPD-Demo über die Bühne, der Herr Osegueda kam aus seiner Lobhudelei auf Fans, RockHard und Publikum überhaupt nicht mehr raus und es war einfach durchgehend der pure Sex. Eben diesen hätte man ab der Hälfte des Gigs auch unbemerkt machen können, denn urplötzlich brach die Sintflut über uns herein und alles drängte nach vorne Richtung Bühne, so dass es echt verdammt eng wurde. Aber scheissegal, hammermäßige Performance und gelungener Abschluss des Abends, denn auf Amon Amarth hatte ich angesichts des infernalen Unwetters keinen Bock mehr und hab' mich stattdessen in meine Pfütze namens Zelt gelegt :unhuld:
Es war also mal wieder ein superbes Wochenende im Kreis von Freunden und solchen, die es gerne werden wollen und zudem habe ich wieder einmal noch eine handvoll Forumler persönlich kennen gelernt. Bspw. SassiDasWusel, Mystica, Angstbeisser, Jaymzzi-Baby (watt 'ne Flasche

), den Errradicator und dann noch diesen Spacko. Es gibt ja manchmal echt Leute, da weißt du nach 5 Minuten, dass du mit denen stundenlang Scheisse labern kannst ohne dass dir auch nur eine Sekunde langweilig wird. Und so einer ist der SteelAvenger, ein Schissor wie er im Buche steht, wa, Junge? :auslach:
Traurig bin ich darüber, dass Herb und ich nicht unsere favorisierten Poster zwecks genüsslichen Abhitlerns getroffen haben, wir haben förmlich danach gelechzt. Und das Wetter hätte auch besser sein können. Und dass ich nun den Eddie, den Ploppi und die Isis am heutigen Tag verpasst habe und manch einer meiner partners in talking pretty shitty crap dieses Jahr gar nicht dabei war. Und dass ich den Space_Lord nach unserer HSB-Sause zwecks Umtrunks nicht mehr getroffen hab. Aber man sieht sich dann ja eh wieder im nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: Nightwolf, penn nicht in hautengen Boxershorts vor dem Zelt statt drinnen; Leimy, kotz bitte nicht direkt vors Zelt und Mädels: mehr mit Buschi rumknutschen! :schmink:
